Heute berichte ich Dir über meine Erfahrungen mit dem Vollautomatik-Modus meiner ersten Kamera und gebe dir Tipps wie Du diesem entkommst.

Meine ersten Erfahrungen:

Mit vollem Tatendrang kaufte ich mir 2010 meine erste Kamera. Eine digitale Spiegelreflexkamera namens Canon EOS 550D. Ich hatte überhaupt keine Ahnung wie so ein Ding eigentlich funktioniert. 

So schwer kann das schon nicht sein….dachte ich mir.

Nach dem “Studium” der Bedienungsanleitung wusste ich zwar was die Kamera alles konnte, ich war aber noch zu unbeholfen bzw. überfordert die ganze Technik richtig einzusetzen.

Ich stellte die Kamera, so naiv wie ich war, in den manuellen Modus (weil Profis ja so arbeiten), und dachte mir “ab jetzt nur noch schöne Fotos”...”ich kann sofort manuell fotografieren”...”ich bin der King der manuellen Fotografie”. Falsch gedacht 😉

Mein erstes Foto mit meiner neuen Kamera sah so aus…

...und anschließend dachte ich mir: Warum ist das Bild schwarz und was bedeuten eigentlich die ganzen Zahlen im Sucher? 🙂 

Also zurück auf Anfang. Da war ja noch der sogenannte Vollautomatik-Modus der sofort schöne Bilder, laut Bedienungsanleitung, verspricht. Bei den meisten Kameras ist der Vollautomatik-Modus GRÜN auf dem Modus-Wahlrad gekennzeichnet.

Ja richtig...ich habe am Anfang ausschließlich in diesem “ungeliebten” Modus fotografiert.

Vielleicht ist es Dir am Anfang genau wie mir ergangen, dass die Bilder einfach nicht so werden wie Du Dir das so vorstellst. Das hat einen Grund und diesen will ich Dir in den folgenden Zeilen erklären.

Als erstes musst Du verstehen was eigentlich in Deiner Kamera passiert wenn Du in diesem Modus fotografierst.

Der Vollautomatik-modus kurz erklärt:

Der Vollautomatik-Modus Deiner Kamera nimmt Dir alle Entscheidungen ab, die Du für eine optimale Bildbelichtung brauchst. Du hast also keine kreative Kontrolle über die Einstellungen.

Für manche Situationen ist dieser Modus aber durchaus zu gebrauchen, wenn es z.B. sehr schnell gehen muss und Du Dir keine Gedanken über die Einstellungen machen kannst. Dann mache lieber ein Foto im Automatik-Modus als gar kein Foto.

Was übernimmt der Vollautomatik-Modus eigentlich für Dich:

1. Die Kamera übernimmt für Dich die Einstellung von Blende, Belichtungszeit & ISO-Empfindlichkeit. Du kannst Dein Bild also nicht kreativ durch diese Parameter beeinflussen. Die Kamera versucht immer ein "korrekt" belichtetes Bild zu erzeugen.

2. Der Weißabgleich Deiner Kamera wird ebenfalls automatisch eingestellt. Die Kamera wird hier in den “Automatischen Weißabgleich” wechseln.

Das heißt, dass die Kamera immer versuchen wird die Farben so neutral wie möglich abzubilden. In manchen Aufnahmesituationen kann dies durchaus sinnvoll sein. In manchen aber auch nicht.

Woher soll Deine Kamera wissen ob Du das Bild mit “kühleren” oder mit “wärmeren” Farben aufnehmen willst. Der Weißabgleich ist ebenfalls ein kreativer Parameter der zum Gesamterscheinungsbild Deines Fotos beträgt.

3. Der ungeliebte interne Aufklapp-Blitz wird bei schlechten Lichtsituationen fast immer aufgehen und wie wild Dein Motiv mit unvorteilhaften Blitzlicht befeuern.

4. Die Messfeldsteuerung für die Belichtungsmessung wird in der Regel auch von Deiner Kamera übernommen.

Wenn Du gerade noch im Vollautomatik-Modus fotografierst, dann ist das überhaupt nicht schlimm.

Ich habe auch so begonnen. Jeder beginnt so!

Nachdem ich aber festgestellt habe, dass viele Fotos nicht so geworden sind wie ich es wollte, habe ich mir die notwendigen Grundlagen angeeignet.

Deshalb mein Tipp an Dich:

Versuche so schnell wie möglich die grundlegenden Parameter Deiner Kamera zu verstehen und greife anschließend lieber auf einen der folgenden Aufnahme-Modi zurück: Programmautomatik, Zeitautomatik oder Blendenautomatik

Du willst die Fotografie-Grundlagen so schnell wie es geht verstehen? Super 🙂 Dann habe ich ein Geschenk für Dich: 

Derzeit gibt es meine Fotografie Schnellstart-Anleitung kostenlos zum Downloaden (hier klicken!)

Bei den oben genannten Aufnahme-Modi gewinnst Du einen Teil der Kontrolle über Deine Kamera wieder zurück. Den anderen Teil übernimmt die Kamera für Dich. 

So bist Du in der Lage kreative Bilder zu erstellen.

Im Vollautomatik-Modus ist das nur sehr beschränkt möglich. Mehr als Schnappschüsse kann man in diesem Modus wegen der fehlenden kreativen Kontrolle nicht machen.

Ich persönlich nutze sehr gerne, wenn ich halbautomatisch fotografieren will, die Zeitautomatik oder Blendenautomatik.

Versuche am Anfang die sogenannten halbautomatischen Modi zu beherrschen, anschließend kannst Du Dich dann am manuellen Modus Deiner Kamera versuchen.

Der manuelle Modus gibt Dir die volle Kontrolle über Deine Kamera zurück. Und das macht unglaublich Spaß wenn man die Kamera kontrolliert und nicht andersherum.

Und soll ich Dir noch eins verraten...so schwierig ist das nicht.

Ich verspreche Dir wenn Du am Ball bleibst, wirst Du Dir über die Grundlagen nicht mehr so lange Gedanken machen müssen. Sie werden in Fleisch und Blut übergehen.

Fotografieren lernen ist ein Prozess der Zeit in Anspruch nimmt. Jeden Tag etwas besser werden. Das treibt mich heute noch an...und ich hoffe Dich jetzt auch 🙂

Bis zum nächsten mal,

Dein Christoph